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Aus der Vereinsgeschichte
Im Januar 1927 wurde die St. Seb. Schützenbruderschaft Duisburg-Serm gegründet.
Da auch im selben Jahr die Sermer Kirche fertiggestellt wurde, feierte man auf
dem Kirchweihfest im Mai gleichzeitig das erste Sermer Schützenfest. Hierzu
wurde als Spielmannszug das Tambourcorps aus Buchholz verpflichtet, da in Serm
bis dahin noch nichts derartiges existierte.
Hierdurch wurde bei der Sermer Jugend, die damals fast ausschließlich im
sogenannten Jünglingsverein zusammengefasst war, der Gedanke wach, aus ihren
eigenen Reihen einen Spielmannszug zu gründen, was auch noch im selben Jahr
geschah. 18 Jungmänner fanden sich zusammen und nannten ihren Verein
"Tambourcorps Grün-Weiß Serm".
Durch die tatkräftige Unterstützung des damaligen Pfarrers Hw. Schuh war man
auch bald im Besitz der erforderlichen Instrumente. Als Ausbilder und Leiter
wurde Herr Gerhard Dickopp aus Buchholz verpflichtet, der auch sofort mit der
Probenarbeit begann. Aufgrund seiner strengen, aber erfolgreichen
Ausbildungstätigkeit war es schon möglich, beim sogenannten Wiesenfest des
Kirchenchores im Jahre 1928 öffentlich aufzutreten. Dieser erste öffentliche
Auftritt veranlasste die Sermer Bruderschaft, das Tambourcorps schon für ihr
nächstes Schützenfest 1929 zu verpflichten. Auch in der näheren Umgebung wurde
man auf das Sermer Tambourcorps aufmerksam, zumal es sich sehr rege an den
Werbetreffen der Spielmannszüge und Jünglingsvereine beteiligte. Zu dieser Zeit
führte den Spielmannszug Herr Peter Heesen, der sich auch sonst sehr für die
Belange seiner Spielleute einsetzte.
Als im Jahre 1933 die katholischen Jugendverbände durch die damaligen Machthaber
verboten wurden, schloss sich das Tambourcorps, um überhaupt weiterbestehen zu
können, der St. Seb. Bruderschaft Serm an. In diesem Jahr fand auch der erste
öffentliche Auftritt des Schülertambourcorps statt. Dessen Aufbau hatte schon im
Jahre 1932 begonnen. Die Ausbildung der Jungen lag in den Händen von Willi Issel
und Clemens Dornscheidt für die Tamboure und Theo Wirz für die Flötisten.
Bei Ausbruch des 2.Weltkrieges ahnte niemand, dass das Schützenfest 1939 der
vorläufige letzte Auftritt des Spielmannszuges sein sollte. Durch die unseligen
Ereignisse der damaligen Zeit ruhte der Spielbetrieb, zumal sieben
Spielkameraden ihr Leben lassen mussten und große Lücken in den Reihen des
Tambourcorps hinterließen.
Erst 1947 fanden sich wieder einige Spielleute zusammen und begannen von neuem,
so dass beim 1.Sermer Nachkriegsschützenfest 1948 sogar wieder gespielt werden
konnte.
Im Jahre 1950 übernahm Theo Becker aus Buchholz die musikalische Leitung des
Corps. Mit seinem fundierten Wissen und großen Können wies er in
kameradschaftlicher Weise dem Sermer Spielmannszug den Weg zu einem
überdurchschnittlichen und über die Grenzen der Gemeinde hinaus vielbeachteten
Verein.
Der Beitritt 1951 zum gerade gegründeten "Spielleutering Rhein-Ruhr" erwies sich
als zukunftsträchtig. So besuchten schon 1952 beim 25jährigen Bestehen des
Tambourcorps Serm die meisten Vereine des "Ringes" unser schönes Dörfchen. Auch
dem 11. Werbetreffen 1962, auf dem das Tambourcorps dann gleichzeitig sein
35jähriges Bestehen feiern konnte, gaben die Mitgliedsvereine ein festliches
Gepräge. Noch bunter und farbenprächtiger ging es 1965 und 1974 zu. Hier hatte
das Tambourcorps als Ausrichter die Gelegenheit, auf den beiden Schützenfesten
zusammen mit den Sermer Schützenbrüdern den Tag festlich zu begehen.
Nicht nur diese Ringtreffen, sondern auch die Erfolge bei zahlreichen
Veranstaltungen hinterließen besonders bei der Sermer Jugend einen nachhaltigen
Eindruck, so das 1966 mit vielen begeisterten Jungen ein Schülertambourcorps
aufgebaut werden konnte. Schon ein Jahr später erfolgte der erste öffentliche
Auftritt und in der Folgezeit begleitete das Schülertambourcorps den
Stammspielmannszug des öfteren bei den verschiedenen Veranstaltungen. 1971
wurden die Jungen, nicht zuletzt wegen ihrer guten Leistungen, vollständig in
das Tambourcorps übernommen.
Durch diesen Erfolg ermutigt wurde die Ausbildung des Nachwuchses mit zu einem
Schwerpunkt im Vereinsleben.
Im Jahre 1989 trat Theo Becker aus gesundheitlichen Gründen als Ausbilder
zurück. Er war längst Ehrenbatailloner geworden und inzwischen bereits 82 Jahre
alt. Nach fast 40jähriger Tätigkeit hinterlies er eine Lücke, die nur schwer zu
schließen war. Seither leitet ein Spielmann aus den eigenen Reihen die
Probenarbeit.
Wenig müßig ist es besonders zu betonen, dass das Tambourcorps bei vielen
Ehrungen, Jubiläen, grünen, silbernen, goldenen, diamantenen und eisernen
Hochzeiten sowie an vielen Freundschaftstreffen, Musikfesten karnevalistischen
Veranstaltungen und auswärtigen Festzügen mitgewirkt hat.
Deshalb wird der Spielmannszug auch nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben
unserer Gemeinde wegzudenken sein und er wird weitermachen nach dem Leitwort
unserer Schützenbruderschaft für
GLAUBE, SITTE UND HEIMAT |